Auf Mallorca heißt der Aufsteiger des Jahres: Feuchtigkeit. Egal ob Naturstein-Finca oder Neubau – die Mehrheit der Inselimmobilien ist von diesem Problem betroffen

Da kann man die Wände noch so viel isolieren Bei aufsteigender Feuchte hilft nur eine horizontale Sperre. FOTO ISOTEC

Wir wissen uns jetzt wirklich  nicht mehr zu helfen!“  seufzt Herr Kerber, stolzer  Besitzer einer traumhaften Finca in Felanitx, die der  Hamburger Unternehmer vor etwa  elf Jahren erworben hatte. Sein Bericht  wird bei vielen Besitzern von  Immobilien auf den Balearen unangenehme  Erinnerungen wecken:  „Direkt nach dem Kauf dachten wir,  der komische Geruch sei nur darauf  zurückzuführen, dass die Finca so  lange unbewohnt war. Rund vier Monate,  nachdem wir das ganze Haus  von unserem Hausmeister streichen  ließen, platzte die Farbe wieder ab.  Danach sollte es der örtliche Bauunternehmer  richten. Der meinte,  der Grund für die feuchten Wände  sei eine fehlende oder defekte  Außenabdichtung. Also ließen wir  alles rings um das Haus aufgraben  und eine Drainage legen. Zusätzlich  wurde sicherheitshalber die alte Abdichtung  erneuert, und dann wurde  nochmals alles gestrichen. Doch  wieder war die Sanierungsmaßnahme  nicht erfolgreich.“

Darüber hinaus war ein Kollateralschaden  zu beklagen. Frau Kerber:  „Neben dem nutzlos ausgegebenen  Geld war denn auch mein schöner  Garten hinüber, den ich liebevoll angelegt  hatte …“

Herr Kerber weiter: „Nachdem wir  das Problem nicht von außen in den  Griff bekommen hatten, versuchten  wir es mit dem Einbau von Kondenstrocknern  und einer automatischen  Belüftungsanlage. Das Resultat war  aber, dass uns die Farbe und der  Putz nur noch schneller abgeplatzt  sind. Es war also nicht die defekte  Außenabdichtung schuld, sondern  eine fehlende horizontale Sperre.  Der Bautrockner hat uns zwar kurzzeitig  den Eindruck einer Besserung  verschafft, doch in Wirklichkeit zog  er uns die Feuchtigkeit über kapillare Kräfte nur noch schneller aus dem  Erdreich. Folglich spielte dann auch  noch unsere Hauselektrik verrückt,  weil durch die feuchten Wände die  Kabel oxidiert sind.“ Was zudem die  Gefahr eines Kabelbrands mit sich  brachte.

Die Lösung: Erst mal messen …

Was kann getan werden, um ein derartiges  Problem nachhaltig in den  Griff zu bekommen?

Tipp 1: Vor dem Sanieren muss  geklärt werden, woher die Feuchtigkeit  eigentlich kommt: seitlich eindringend,  defektes Rohr, defekte  Fußbodenheizung, aufsteigende  Feuchte oder andere Ursachen?

Tipp 2: Lassen Sie den Feuchtigkeits-  und Salzgehalt der Wand  messen, um hygroskopische Feuchte  ausschließen zu können. (hygroskopische Feuchte = Salz zieht  Raumluftfeuchte an). Vor allem den  Mauer kern messen (mittels Bohrung)  und nicht nur die Oberfläche.

Tipp 3: Beauftragen Sie eine  Fachfirma und keine Generalisten (z.  B. eine Allrounder-Baufirma), damit  diese das Mauerwerk dauerhaft mit  einer nachträglichen Horizontalsperre  versieht. Fordern Sie zehn Jahre  Garantie. Hinterfragen Sie auch, wie  lange die Firma schon besteht.

Die nachträgliche Horizontalsperre  funktioniert in jeder Art von  Mauerwerk. Ausgenommen sind  Mischmauerwerke (Mix aus Felsen  und Erde).  Dipl.-Ing. Daniel Gingerich ist  Geschäftsführer von Isotec Mallorca.  Information: www.fundamentehausundgrundbesitz-mallorca.com.

Sanierungsbonus vom Staat

Wenn gewisse Voraussetzungen gegeben sind, kann man für Sanierungen eine reduzierte Umsatzsteuer (IVA) ansetzen. Darauf sollten Sie Ihren Handwerksbetrieb ansprechen, bevor Sie zum Beispiel eine Energiesanierung beauftragen. Die Sanierung feuchter Wände trägt nicht nur zu einem verbesserten Wohnklima bei, sondern senkt auch Ihre Heiz- und Luftentfeuchtungskosten. Mehr darüber erfahren Sie bei einer Informationsveranstaltung am 25. Februar 2015 in den Räumen von FH&G Mallorca (siehe Ankündigung ganz unten).

Kampf der Kondensation!

Feuchtigkeit in Wohnräumen ist normal. Der Mensch atmet, kocht, duscht und erzeugt so Wasserdampf. Eine vierköpfige Familie erzeugt etwa 14 Liter davon pro Tag. Diese nicht sichtbare Feuchtigkeit muss aus dem Wohnraum abgeleitet werden. Ansonsten besteht insbesondere im Herbst und Winter die ganz konkrete Gefahr, dass sich an der kältesten Stelle des Raumes Kondensationswasser bildet und Schimmelpilze einen idealen Nährboden vorfinden.

Daniel Gingerich (ISOTEC) referiert über Feuchtigkeitsschäden. FOTO DANYEL ANDRÉInfo-Event bei FH&G Mallorca

Um das Thema „Feuchtigkeitsschäden an Gebäuden“ geht es bei einer Informationsveranstaltung, die am 35. Februar 2015 in den Räumen von FH&G Mallorca stattfindet und sich insbesondere an Architekten und Bauherren richtet. Technischer Referent ist Dipl.-Ing. Daniel Gingerich, Geschäftsführer von Isotec Mallorca. Von weiteren Referenten werden rechtliche Problemstellungen angesprochen, denen Architekten und Bauherren während der Bauphase ausgesetzt sind. Beginn ist um 17.30 Uhr. Anmeldung: info@isotec-mallorca.es oder Tel.: 971-69 91 23. !

Quelle: Mallorcazeitung.es